~ Hilfe annehmen ~
offene Worte ...
Natürlich ist das alles nicht nur graue Theorie...
Es ist eine uralte Frage, wie man Menschen helfen kann, die in irgendwelche seelischen Krisen geraten sind. Dabei muß zugegeben werden, daß Helfen im Prinzip nur bedingt möglich ist. Letztlich ist und bleibt jeder mit sich allein.
Man kann ihm Nähe, Verständnis und Anteilnahme schenken - wenn ihm daran liegt. Aber man kann überhaupt nichts tun, wenn er alles verweigert!
Die Zunft der professionellen Helfer ist im vorigen Jahrhundert in unserer Gesellschaft angewachsen wie nie zuvor. Entsprechend sind auch die therapeutischen Hilfsmethoden und -methödchen aus dem Reich der Phantasie emporgeschossen.
Dennoch dürfte die Anzahl derjenigen Personen, die sich in ernsten seelischen Krisen befinden, nicht merklich zurückgegangen sein, was immerhin nachdenklich stimmt. Als einzige vernünftige Erklärung bietet sich an, daß die Chance des Wahrhaftig-helfen-Könnens diesbezüglich überschätzt worden ist.
Das Leben taucht wohl jeden in Licht und Schatten ein, weckt ihn zum Tag und betäubt ihn zur Nacht.
Schmerz und Freude wechseln sich ab, Erfolg und Versagen reihen sich aneinander in den Gezeiten zwischen Wiege und Bahre.
Was die Schicksalsflut brandend heranschüttet, holt sich die Ebbe der Vergänglichkeit wieder zurück. Vieles ist da, und nichts ist zu halten.
Selbst die Krisen vergehen, gelöst oder ungelöst; und dünken sich im Augenblick überwältigend groß, so scheinen sie im nächsten oder übernächsten Augenblick bereits vernach-lässigbar klein zu sein.